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Präsenz und Stille

In Stille sind wir auf der Reise zu dem Ort in uns, der uns allen gemeinsam, voller Harmonie und Frieden und dadurch frei ist. Frei ist von Verletzungen und Veränderungen und uns deshalb – wenn wir in Berührung kommen – einen gefühlten Sinn von dem schenkt, wie wir, wie alles von Natur aus gedacht ist. Direktes Erleben des Ursächlichen schenkt uns ein neues, wunderbares Verstehen davon, wie das Heile, Schöpferische sich ungestört von Beurteilungen und Einschränkungen unseres Verstandes in uns ausdrückt. Obgleich jeder Mensch seine eigene Geschichte und damit seinen ureigensten Weg zu unser aller Herkunft hat, ist diese Reise nur gemeinsam, in Zusammenarbeit, in gegenseitigem Hören und Gehörtwerden wie auch Tragen und Getragenwerden möglich. Sind wir still, mit anderen Worten erlauben wir alles, was sich offenbart, ohne Festhalten an Beurteilungen, geschieht Erstaunliches. In Vertrauen, ohne Absichten oder sonstige Anhaftungen des Egos zeigt sich Unerwartetes und oftmals Undenkbares. Auf Wegen, die der Verstand niemals hätte kreieren können, kommen wir in Berührung mit unserem ganzen Sein, sowohl mit dem offensichtlichen wie auch mit dem verborgenen, gut behüteten Teil von uns. Im Herz der Stille
finden wir unser innerstes Selbst, unser wahres Sein. Ein unmittelbares Gefühl dieses Innersten ist so wunderbar, dass wir immer wieder nach Umständen suchen, dieses direkte, reine Erleben von Neuem zu ermöglichen. In die Arbeit von und mit Stille fließen Erkenntnisse aus westlicher Wissenschaft sowie östlicher Philosophie ein. Einerseits Ansätze aus der Cranio Sacral Therapie und psychotherapeutischen Therapieformen, andererseits Stille und Achtsamkeit sowie das Verständnis der „großen natürlichen Vollkommenheit“ aus dem Dzogchen (Dzogchen ist das Herz des tibetischen Buddhismus). Diese Synergie schafft Rahmenbedingungen, in denen Klienten sich gesehen, geachtet und als Ganzes gehört fühlen. Diese Begleitung ist bei vielen Problemen und Störungen sehr hilfreich. Um nur einige Anwendungsgebiete zu nennen, wird sie z.B. bei Schwierigkeiten mit dem
Bewegungsapparat oder dem zentralen Nervensystem, Schmerzen, Unsicherheiten, Ängsten, Stress, depressiven Verstimmungen, Burn-out, Trennungen oder Verlusten, als nicht-invasiv, angenehm und entspannend, gleichzeitig als intensiv, tiefgreifend und fördernd erlebt. In Stille, in einer Haltung, in der vor allem den organisierenden Kräften der Natur vertraut wird, gibt es die besondere Möglichkeit, über den Körper mit sich und seiner Geschichte in Berührung zu kommen. Im Körper ist alles innewohnend: wie wir von Natur, vom Schöpferischen gedacht sind, wie Körper, Geist und Seele im Gleichgewicht sind. Ebenso sind alle durch überfordernde Lebenserfahrungen entstandenen und festgehaltenen Ungleichgewichte im Körper gespeichert,
jedenfalls soweit sie nicht zur Gänze verarbeitet werden konnten. Überfordernde Lebenserfahrungen sind oft ein Zuviel oder Zuwenig auf physischer, psychischer oder seelischer Ebene und trennen uns von dem Gesunden, Heilen. Die Aufgabe besteht entsprechend darin, das krankhaft Veränderte, Trennende loszulassen. Dem Natürlichen, Ursächlichen zu gestatten, sich
wieder ungestört in uns und unserem Leben auszudrücken. Die Arbeit mit Stille bietet ein außergewöhnliches Geschenk. Der Fokus liegt nicht bei der Krankheit, dem Problem, sondern ausschließlich bei der darunterliegenden, innewohnenden Gesundheit. In Bedingungen, in denen nichts muss, aber alles darf, werden wir präsent. Nur im Hier und Jetzt, im Augenblick, ist Vertrauen, ist Berührung mit dem Heilen möglich. Daraus entwickelt sich ein persönlicher Prozess, in dem die Menschen in ihrem eigenen Tempo und in ihrer Verantwortung sowie nach ihren eigenen Prioritäten Stück für Stück Lebensfreude und Lebensqualität zurückgewinnen. Nach und nach werden Ungleichgewichte losgelassen und beginnend von groben bis hin zu feinsten Strukturebenen kommt es zu einer umfassenden Reorganisation. In Berührung mit sich und der eigenen wahren Natur zu kommen und zu sein, bedeutet, mit all dem zufrieden und im Einklang zu sein, was im Leben geschieht.

Andreas Bernsen

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