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Eine persönliche Erinnerung

Am Sonntag, den 1. Februar 2026, ist Dr. Paul Dennison gestorben – der Begründer der Edu-Kinestetik, von Brain Gym® und eines edukativen, begleitenden Ansatzes in der Kinesiologie, der weltweit unzählige Menschen berührt hat.

Die Größe, die Bedeutung seines Werkes und seines Lebens hier auf der Erde spiegeln sich für mich in der Zahl 13 (4) wider – seinem Todestag und seiner Sterbezeit. Es ist eine Zahl, die im Jahr 2026 eine besondere Bedeutung trägt. Es ist, als würde das Universum mit ihm und seinem Werk mitschwingen. So mischen sich in die Trauer und die Traurigkeit auch Hoffnung – etwas, das Paul so besonders auszeichnete: Im Vorbeigehen ein Wort, ein Blick, eine Berührung, und du bist wieder bei dir selbst angekommen, bei deinem Kern, deinem Eigentlichen, deinem Potenzial.

Zum ersten Mal hörte ich 1982 von Paul – durch meine Lehrerin Nathalie Davenport. Er hatte gerade auf der TFH-Konferenz in San Diego seinen Vortrag über die Lateralitätsbahnung gehalten, eine geniale Entdeckung, die zum Herzstück unserer Arbeit wurde.

Als Lehrerin war ich zu Beginn in der Kinesiologie oft die Einzige unter vielen Chiropraktikern, Osteopathen und Heilpraktikern. Ich suchte nach Wegen, das fantastische Wissen der Kinesiologie in der Schule nutzbar zu machen. Paul Dennison gab mir genau das – und damit eine völlig neue Ausrichtung für mein Leben. Auch in Deutschland hat seine Arbeit Spuren hinterlassen: 1998 gründeten wir auf der DGAK-Mitgliederversammlung, basierend auf seinem Konzept, die Begleitende Kinesiologie und gaben ihr durch Planung und Realisierung der BK-DGAK-zertifizierten Ausbildung eine wichtige Stellung.

Danke, Paul.

Mein erster persönlicher Kontakt zu ihm war ein Brief nach Kalifornien. Er antwortete sofort und gab mir die Adresse von Wolfgang Gillessen – dem einzigen Menschen in Europa, der damals einen Kurs bei ihm besucht hatte. Wolfgang lebte direkt neben meiner Schule.

Mutig haben wir Paul eingeladen, und im Oktober 1983 fand in Berlin, in einem Restaurant am Wannsee, mit 14 Teilnehmern aus ganz Europa sein erster und damals einziger Kurs statt. Dort habe ich auch Alfred kennengelernt. Paul sagte später oft, wir hätten seinen Ruhm mitbegründet, weil er nach dieser einmaligen Unterrichtung sofort wieder nach Europa eingeladen wurde.

Alles, was wir heute in so vielen Kursen lernen – Brain Gym®, Edu-K für Fortgeschrittene, Optimale Gehirnorganisation, Edu-K Körperarbeit und vieles mehr – steckte in diesen vier Tagen. Entsprechend herausfordernd war es zu verstehen, was Paul uns vermitteln wollte. Nach einem Tag wollten die meisten wieder abreisen. Ich dagegen hatte sofort Feuer gefangen. Ich wusste: Das ist etwas ganz Wichtiges und Besonderes.

Ich sog seine Ideen auf und probierte sie sofort mit meinen Schulkindern aus. Ihre Begeisterung, ihre Lernfortschritte und vor allem ihr Gefühl, dass sie verstanden werden und Hilfe bekommen können, ließen die Samen, die Paul gesät hatte, wachsen und gedeihen.

Wir haben Paul immer wieder nach Berlin eingeladen, lernten Gail kennen, entdeckten Brain Gym® immer tiefer – und vieles mehr. Im Laufe der Zeit übernahm Alfred Schatz mit dem IAK die Organisation der Seminare, wodurch Paul die Möglichkeit bekam, sein Wissen vor immer größeren Gruppen weiterzugeben.

Viele Jahre lang kam Paul zum IAK und zum IKL, um zu unterrichten. In Deutschland – und weltweit – hat er damit die Herzen vieler Menschen berührt und uns mit seinem Wissen bereichert.

Das letzte Mal war er 2018 hier, auf der internationalen Edu-K-Konferenz in Damme. Wir sind sehr dankbar für diese Gelegenheit, ihn noch einmal in seiner ganzen Größe, mit seinem Wissen und seiner versöhnenden, warmherzigen Art erleben zu dürfen.

Pauls Intuition, sein Humor und seine einzigartige Fähigkeit, die Essenz von Lernen und Leben in klare Konzepte zu fassen – das Fünf-Schritte-Lernmodell, Brain Gym®, die sieben Dimensionen der Intelligenz, Noticing, PACE – und Menschen anzuziehen, die dieses Konzept weltweit leben, weitergeben und weiterentwickeln, werden unvergesslich bleiben.

Ich danke dir, Paul, für alles, was du für mich und für die Menschheit getan hast. Für alles, was ich mit dir erleben durfte. Und dafür, dass ich von Anfang an Teil deines Weges sein konnte.

In tiefer Verbundenheit und Trauer

Renate Wennekes

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