Warum ich nach so vielen Aus-, Fort- und Weiterbildungen noch Kinesiologin geworden bin.
Ich bin Meike Simpson, 51 Jahre alt, und arbeite in der Personalentwicklung bei EDEKA Minden-Hannover – der größten von sieben Regionalgesellschaften mit rund 70.000 Mitarbeitenden.
Als Trainerin begleite ich Auszubildende, Mitarbeitende und Führungskräfte in Seminaren. Als Konzeptverantwortliche entwickle ich gemeinsam mit vier Kolleg:innen unsere Seminarangebote für 33 Trainerkolleg:innen weiter. Außerdem begleite ich neue Kolleg:innen als Einarbeitungspatin, arbeite in verschiedenen Projektgruppen mit und werde perspektivisch die Fachkoordination für die Bereiche Führung, Persönlichkeitsentwicklung und Kommunikation übernehmen.
Wenn ich das so aufschreibe, merke ich selbst: Das ist schon ein ganz schönes Pfund.
Meine beruflichen Wurzeln liegen allerdings ganz woanders – in der Gastronomie. Meine erste Ausbildung war die zur Restaurantfachfrau. Sehr schnell bin ich von der Servicekraft in Führungsverantwortung gekommen. Was mir dabei am meisten Freude gemacht hat, war nicht das Kontrollieren oder die Direktion, sondern die Begleitung von Menschen in ihrer Entwicklung.
Irgendwann habe ich für mich erkannt, dass es viel besser zu meinen Werten passt, Menschen auf ihrem persönlichen und beruflichen Weg zu unterstützen, als ihnen zu sagen, was sie tun oder lassen sollten.
Als ich meine letzte Geschäftsführung in der Gastronomie beendete, war klar: Ich möchte andere darin bestärken, ihre Kompetenzen und Fähigkeiten so zu erweitern, dass ihre Arbeit ihnen maximal Spaß macht. Ich wollte Trainerin sein. Mir fehlte allerdings das passende Handwerkszeug. Praktisch konnte ich meine Trainees, Kolleg:innen und Mitarbeitenden bei allem unterstützen, in einem Seminarkontext mit mir fremden Menschen ist das allerdings etwas ganz anderes.
Also habe ich gelernt. Und gelernt. Und weitergelernt.
Es folgten ISO-zertifizierte Aus- und Weiterbildungen zur Trainerin, Suggestopädin, systemischen Coach und Moderatorin. Rückblickend befand ich mich in einem hermeneutischen Kreis: Je mehr ich lernte, desto neugieriger wurde ich. Mit jeder Ausbildung öffneten sich neue Türen und gleichzeitig entstanden neue Fragen. Viele.
Ich war überzeugt, inzwischen einen ziemlich gut gefüllten Werkzeugkoffer zu besitzen.
Bis eine Klientin kam, bei der all diese Werkzeuge plötzlich nicht mehr ausreichten.
Wir führten brillante Gespräche. Wir stellten kluge Fragen, analysierten Zusammenhänge und lieferten uns fast schon geistige Duelle. Das war durchaus spannend – aber verändert hat sich nicht viel.
Heute würde ich sagen: Wir beide haben auf unserem Lieblingskanal gefunkt – unserer geistigen Intelligenz.
Genau darin lag das Problem.
Mir wurde klar, dass viele Veränderungsprozesse über den Verstand allein nicht nachhaltig gelingen. Unser Denken ist unglaublich leistungsfähig. Gleichzeitig schützt es uns. Es weicht aus, erklärt, relativiert, konstruiert logische Geschichten und hält uns manchmal genau von den Themen fern, die eigentlich gesehen werden wollen.
Mir fehlte also etwas Entscheidendes.
Ich brauchte eine Methode, die Menschen ermöglicht, sich selbst auf die Schliche zu kommen. Etwas, das den Verstand nicht ausschaltet, ihn aber ergänzt. Etwas, das völlig außerhalb dessen lag, was ich bis dahin kannte.
Also setzte ich mich an den Rechner.
Ich tippte Begriffe wie Körperarbeit, Emotionsarbeit und schließlich sogar Energiearbeit in die Ecosia-Suchmaschine.
Dabei musste ich über mich selbst lachen.
Ich war damals sehr wissenschaftlich geprägt. Ich wollte Belege, Studien, nachvollziehbare Modelle und logische Erklärungen. Und plötzlich suchte ich nach etwas, das sich für mich in diesem Moment eher nach Räucherstäbchen und Schamanismus anhörte.
Der erste Begriff, den mir die Suchmaschine auswarf, war: Kinesiologie.
Noch nie gehört.
Also klickte ich.
Drei Dimensionen wurden beschrieben: Denken. Fühlen. Spüren.
Denken? Check.
Fühlen und Spüren? Moment mal … ist das nicht fast dasselbe?
Also klickte ich weiter.
Und genau dort begann etwas, das ich damals noch überhaupt nicht einordnen konnte.
Obwohl ich bereits viele Methoden zur Begleitung von Menschen kennengelernt hatte, ahnte ich nicht, wie grundlegend anders diese Ausbildung sein würde.
Im nächsten Beitrag erzähle ich, warum ich mich auf eine dreijährige berufsbegleitende Ausbildung eingelassen habe – und weshalb genau diese Dauer einer ihrer größten Erfolgsfaktoren wurde.
Meike Simpson
Kinesiologin BK DGAK zertifiziert

