14 Gehälter. Ein sicherer Arbeitsplatz. Eine verantwortungsvolle Position als Filialleiterin.
Von außen betrachtet schien mein Leben perfekt – klar strukturiert, finanziell abgesichert und gesellschaftlich anerkannt.
Doch tief in mir war da immer diese leise, aber hartnäckige Stimme: Das ist noch nicht alles.
Über viele Jahre hinweg habe ich diese Stimme ignoriert. Stattdessen habe ich funktioniert. Habe Erwartungen erfüllt – die der Gesellschaft, meines Umfelds und vielleicht auch meine eigenen. Doch mein Körper begann, mir Signale zu senden, die ich nicht mehr überhören konnte.
Bauchschmerzen. Unterleibsschmerzen. Immer wieder.
Ich suchte zahlreiche Ärztinnen und Ärzte auf – doch die Diagnose blieb stets gleich: körperlich gesund.
Und trotzdem fühlte ich mich alles andere als gesund.
Heute weiß ich: Mein Körper hat gesprochen, als meine Seele längst nicht mehr gehört wurde.
Erst als ich begann, genauer hinzuhören, wurde mir klar, was mir wirklich fehlte. Der Wunsch, mit Menschen zu arbeiten. Sie zu begleiten. Sie in ihren Prozessen zu unterstützen – nicht nur oberflächlich, sondern ganzheitlich.
Ich wollte verstehen, was hinter den Symptomen liegt. Welche Emotionen, Gedanken und inneren Prozesse mit unserem körperlichen Erleben verbunden sind.
Dieser Wunsch hat mich schließlich dazu gebracht, einen mutigen Schritt zu gehen: Ich habe meine Ausbildung in der Kinesiologie im Institut für kinesiologische Lehre in Damme begonnen.
Es war kein einfacher Weg. Einen sicheren Beruf hinter sich zu lassen, bedeutet immer auch, Ängste zu überwinden und Gewohntes loszulassen. Doch gleichzeitig war es einer der ehrlichsten Schritte, die ich je gegangen bin.
Heute bin ich zertifizierte Kinesiologin und arbeite in einem Umfeld, das mich erfüllt. Ich darf Menschen begleiten, sie unterstützen und gemeinsam mit ihnen neue Perspektiven entwickeln.
Und das vielleicht Wichtigste:
Meine Beschwerden sind deutlich zurückgegangen.
Für mich war das kein Zufall, sondern ein klares Zeichen. Mein Körper hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass ich mich von mir selbst entfernt hatte. Dass es an der Zeit war, hinzuschauen – und etwas zu verändern.
Mein Weg hat mir gezeigt:
Körper, Gedanken und Emotionen sind untrennbar miteinander verbunden. Und manchmal liegt die Lösung nicht darin, Symptome zu bekämpfen, sondern die dahinterliegenden Themen zu erkennen.
Wenn ich heute auf meine Reise zurückblicke, bin ich vor allem eines: dankbar.
Dankbar für den Mut, den ich irgendwann aufgebracht habe. Und dankbar dafür, dass ich meiner inneren Stimme schließlich vertraut habe.
Vielleicht spürst auch du diese leise Stimme in dir.
Dann nimm sie ernst.
Du musst nicht sofort alles verändern. Aber du darfst beginnen, hinzuhören.
Darfst dir erlauben, neue Wege zu denken.
Und Schritt für Schritt herausfinden, was dich wirklich erfüllt.
Denn oft beginnt genau dort etwas Neues –
wo wir den Mut finden, uns selbst ehrlich zu begegnen.
Carolin Tepe
Kinesiologin BK DGAK zertifiziert

